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AG 60plus-Südpfalz besucht Weltkulturerbe "Völklinger Hütte"

Die Teilnehmergruppe beim Abschluß der Tagesfahrt im Landgasthaus „Am Frauenstein“  bei Hinterweidenthal

 

Eine Industrieanlage und Weltkulturerbe, wie passt denn das zusammen, fragten sich einige Teilnehmer der Tagesfahrt am 03. Juni 2014, die von der AG 60plus-Südpfalz unter der Leitung von Klaus Böhm, stellvertr. Vorsitzender der AG 60plus-Südpfalz, veranstaltet wurde.

In WIKIPEDIA ist zu diesem Weltkulturerbe folgendes zu lesen:
Die Völklinger Hütte ist ein 1873 gegründetes ehemaliges Eisenwerk. Einzigartig ist, dass alle Phasen der Roheisenerzeugung am authentischen Ort nachvollziehbar sind. Das Werk wird auch als „Ikone der Industriekultur“ oder als „Kathedrale der Arbeit“ bezeichnet.
1994 erhob die UNESCO die Völklinger Hütte als erstes Industriedenkmal auf der Welt in den Rang eines Weltkulturerbes der Menschheit. 2007 wurde sie für die Auszeichnung als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland nominiert.

Walter Altpeter  vom Besucher-Service führte uns mit hoher Sachkompetenz und voller Leidenschaft (als hätte er selbst auf der Hütte gearbeitet) durch die Anlage. Er erläuterte den Prozess der Roheisenherstellung von den Grundmaterialien Eisenerz, Sinter und Koks über die Lufterzeugung und -erhitzung  bis zur Schmelzung und dem Endprodukt der Hütte - dem Roheisen,  was dann im benachbarten Stahlwerk zum wichtigsten Material der Industrialisierung  bearbeitet wurde.
Alle Teilnehmer waren tief beeindruckt, was sich Ingenieure bereits vor mehr als 130 Jahren ausgedacht und mit welchem Arbeitseinsatz und mit welchen gesundheitlichen Risiken die Leute damals gearbeitet haben.

Nach dem Besuch in Völklingen hatten die Teilnehmer 2,5 Stunden zur freien Verfügung in Saarbrücken.

Bei der Rückfahrt in die Südpfalz und beim Abschluss der Tagesfahrt im Landgasthaus „Am Frauenstein“  bei Hinterweidenthal wurde in guten Gesprächen das gesehene reflektiert:
Einerseits waren die Arbeitsplätze damals nicht menschenfreundlich, denn die Lebenserwartung, die durch diese Arbeitsplätze verursacht wurde, war deutlich niedriger als z.B. in der Landwirtschaft. Arbeitssicherheit war ein Fremdwort.
Andererseits war die Bindung zwischen Unternehmen und Werktätigen stärker als heute: „Ich hann uff der Hütt geschafft“, sagten die pensionierten Arbeiter mit Stolz, sofern sie überhaupt die Rente erlebten. Es gab viele soziale Einrichtungen für die Arbeitnehmerschaft wie Werkswohnungen, Krankenhäuser, Kinderbetreuung etc. Errungenschaften, die zunehmend bei den großen Unternehmen heutiger Prägung verschwinden. Es geht bei der Führung dieser Unternehmen nur noch um einen Wert: Die quartalsweise Steigerung der Gewinne!

Der „Ausflug“ war eine gelungene Veranstaltung mit Technik, sozialkritischen Diskussionen und gastronomischer Einkehr. Die Saarländer würden sagen: „Mir hann gutt zu Esse unn gutt zu Trinke gehatt“.

 

Die Teilnehmer dankten Klaus Böhm für die Organisation und Reiseleitung in der Hoffnung, weitere schöne Tagesfahrten zu erleben.

Wer sich weiter über das Weltkulturerbe „Völklinger Hütte“ informieren will, sollte hier nachschauen:

- Internetseite der Völklinger Hütte
- Die Völklinger Hütte bei WIKIPEDIA
- Der Hochofen
(Text und Bilder: W.T.)

 

Die Anlage vom Busparkplatz betrachtet.

Unsere Besuchergruppe läuft an der Sinteranlage vorbei.

Über den Schrägaufzug wurden die 6 Hochöfen mit gemahlenem Eisenerz und Sinter (zusammgebackene Reststoffe aus dem Hüttenprozess) versorgt.

In der Gebläsehalle wird Luft mit gasbetriebenen Verbrennungsmotoren verdichtet und über Rohrsysteme zu den Hochöfen transportiert. Die Motoren werden mit dem Abfallprodukt "Gichtgas" von den Hochöfen gespeist. Um das Schwungrad ist ein Ringgenerator angebracht. Eine geniale Ingenieurleistung zur Effizienzsteigerung!

Durch diese Rohre wird verdichtete Luft zu den Hochöfen transportiert. Die Rohre wurden wegen ihrer Größe genietet.

Hinter dem Drahtgitter ist der Kopf des Hochofens. Alle 2,5 Stunden wurde der Hochofen in Lagen mit Eisenerz, Sinter und Koks befüllt.

Über 4 Rohre wird das Gichtgas eines Hochofens gesammelt und zu den Gasmotoren in der Gebläsehalle sowie den Lufterhitzern geleitet.

Hier ist die wichtigste Stelle der Anlage. Walter Altpeter zeigt wo das Roheisen alle 2,5 stunden aus der Abstichöffnung über eine Rinne abfließt.

Mit dieser Einrichtung wurde die Abstichöffnung wieder geschlossen.

An den Kabeln erkennt man den Schmutz innerhalb der Anlage. Der hat sich auch in den Lungen der Arbeiter angesammelt

Ein Glanzlicht des Weltkulturerbes sind die Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen, die auch zur "Völklinger Hütte" gehören.

Die Handwerkergasse: Hier hat das Unternehmen all seine Handwerker selbst ausgebildet

 

 

Beim Abschluß im Landgasthaus „Am Frauenstein“ sind (fast) alle gut drauf:

 
 

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